Die letzten 100 Jahre des HEBC im Überblick....

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1911 - Gegründet als SC Elbe 1911 Hamburg
1913 - Fusion mit Harvestehuder FC 1912 zu Hamburger BC 1911
1919 - Fusion mit SC Hansa 1911 Hamburg zu Vgg Hamburger BC 1911 Hansa von 1911
1920 - Lösung der Fusion und Wiedergründung von Hamburger BC 1911
1921 - Fusion mit Eimsbütteler SC zu Hamburg-Eimsbütteler BC Hamburg (HEBC Hamburg)
1943 - Kriegsspielgemeinschaft mit Sport 01 Hamburg (KSG Eimsbüttel)
1945 - Lösung der Kriegsspielgemeinschaft und Wiedergründung von HEBC Hamburg




1911: Fast um die gleiche Zeit, im Sommer des Jahres 1911, fanden sich auf dem Heiligengeistfeld zwei Gruppen junger Leute, die begeistert dem Fußballsport huldigten. Die einen wollten dem Name "SC ELBE", die anderen unter dem Namen "FC HANSEAT" einen Verein gründen. Nachdem man oft gegeneinander gespielt hatte, entschloß man sich, künftig gemeinsam unter dem Namen HAMBURGER BALLSPORTCLUB VON 1911 zu spielen. Als vereinslokal fand man die Wirtschaft von "BAUER" in der Eimsbüttler Straße. Spielplatz blieb das Heiligengeistfeld. Zu den Gründern des HBC gehörten unter anderen: KARL EHLERS, PAUL LÜDECKE, FRITZ GERDES, HANS SCHEIBER, EMIL BACHMANN, FRITZ WERNER, HUGO LÜTH, RUDOLF KIPP und ALBIN GRASSE.

Kurz Zeit darauf traten noch WILLY LEMNITZER, WALTER RICHTER und JUSTUS MÄDEL dem Verein bei. Die ersten Mitglieder waren größtenteils junge Angestellte der "Elbe-Schifffahrtsgesellschaft", denen es sehr schwer fiel, das notwendige Material anzuschaffen. Mit großem Opfermut und eisernem Willen wurde diese Schwierigkeit überwunden. Unsere 1. Mannschaft war im Anfang natürlich nicht sehr spielstark, wenn wir auch einige Spieler hatten, die wie LÜDECKE und LEMNITZER über den Durchschnitt hinausragten. In den nächsten Eineinhalb Jahren wurden viele Gesellschaftsspiele mit wechselndem Erfolg ausgetragen.

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v.l.n.r.: Szibon, Schulz, Meißöfener, Rieke, Lüdecke, Lemnitzer, Knöfel, Hecht, Werner, Weisse, Eitel

Als wir 1913 in den NORDDEUTSCHEN FUßBALL-VERBAND aufgenommen wurden, war unsere Spielstärke schon beachtlich gestiegen. Manchen für damalige Verhältnisse bekannten Gegner hatten wir geschlagen. Vor allem war es gelungen, den neuen Kasernenhof in der Bundesstraße zu erhalten. Das war ein ungewöhnlicher Erfolg, der viel Aufsehen in der Sportwelt erregte. Man muss bedenken, dass damals das Fußballspiel noch recht wenig verbreitet war. Schlag -und Faustball war weit beliebter. Beim Militär betrieb man unser Sport schon gar nicht. Dort war Turnen Trumpf. Nun hatte ein kleiner Fußballverein die Erlaubnis erhalten, seine Spiele auf dem Kasernenhof auszutragen ! Unser Ansehen war beträchtlich gestiegen.  Durch unseren Platzwechsel hatten wir auch unser Vereinslokal wechseln müssen. Wir zogen nach der "RENTZELBURG", wo wir uns noch viele Jahre wirklich wohl gefühlt haben. Leider wurden wir bei der Eingruppierung einer der untersten Klassen zugeteilt. Die Bezirksspiele wurden mit großem Eifer und viel Erfolg aufgenommen. Im nächsten Jahre kamen wir schon in die 1C-Klasse. Wir stellten schon 4 Herrenmannschaften.

Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde diese Entwicklung dann aber jäh abgebrochen. Unsere Mitglieder wurden fast restlos zu den Fahnen gerufen. Der Spielbetrieb ruhte völlig. Es gelang auch nicht, das Spielen in den folgenden Kriegsjahren auch nur behelfsmäßig wieder aufzunehmen. das eine oder andere aus dem Felde heimkehrende Mitglied erhielt mit unserem Einverständnis vom Bezirk die Erlaubnis, bei den LOKSTEDTER EINTRACHT vorübergehend mitzuspielen.

Schon bald nach Beendigung des Krieges kamen mehrere alte HBCer zusammen und beschlossen, den Verein wieder auf die Beine zu bringen. Es gelang auch, eine verhältnismäßige gute Mannschaft zusammenzustellen. Leider erhielten wir unseren alten Platz, den Kasernehof, nicht wieder. So mussten wir uns abermals mit dem Heiligengeistfeld zufrieden geben. Nachdem wir hier einige Monate tätig waren, folgten wir einer Anregung des Bezirks und vereinigten uns im August 1919 mit dem SC HANSA von 1911 unter dem Namen:

HAMBURGER BALLSPORT-CLUB VON 1911-HANSA VON 1911.

Unser Verein hatte dadurch eine gewisse Größe und Bedeutung gewonnen und wurde der Hamburger Gruppenklasse zugeteilt. Diese Klasse entsprach  ihrer Bedeutung nach beinahe der heutigen Bezirksliga. Über den 4 Gruppenklassen rangierten nur noch die A Vereine, deren Meister an den Kämpfen um die Verbandsmeisterschaft teilnahmen. Als Klassengenossen hatten wir damals: ST.PAULI-SPORT, WACKER, HERMANNIA, HLT, EILBEK, VFB UND ROTENBURGSORTER TURNVEREIN. Wir galten neben ST.PAULI-SPORT als Favoriten der Klasse. An den Punktspielen nahmen wir damals mit 5 Herrenmannschaften, 1 Jugend- und 1 Schülermannschaft teil. Als Sportplatz hatten wir inzwischen den schön gelegen Platz an der Milchhalle im Stadtpark zugewiesen erhalten....


.......Unsere erste Mannschaft, in der recht gute Spieler wie LÜDECKE, EITEL, HECHT, SZIBON, RIEKE, MEIHÖFENER und LEMNITZER mitwirkten, gewann die ersten Spiele verhältnismäßig glatt. Aber gegen den HLT wurde schon recht leichtsinnig ein Punkt eingebüßt. Dann kam der entscheidende Kampf gegen ST.PAULI-SPORT. Durch unglückliche äußere Umstände war unsere Erste nicht auf der Höhe und verlor verdient 1:3. dadurch waren wir im ganzen um 3 Punkte gegen unsere Mitbewerber zurück gefallen.

Wir durften uns aber noch Hoffnungen machen. Einige Wochen später waren aber auch unsere letzten Meisterschaftsträume endgültig zerstört. Nach dem Punktspiel gegen HERMANNIA wurde unsere gesamte 1.Herrenmanschaft bis zum 31. Dezember 1919 gesperrt! Wie war es zu dieser Strafe gekommen?  Für den nicht erschienenen Schiedsrichter war ein Ersatzmann eingesprungen, der nicht für ein ruhigen Spielverlauf gesorgt und drei Spieler von uns, sowie zwei Spieler von HERMANNIA des Feldes verwiesen hatte. HERMANNIA hatte hinterher Protest eingelegt, und bei der Verhandlung war die erwähnte Disqualifikation herausgesprungen.

wir legten Berufung ein und erreichten auch, dass die Sperre für 9 Spieler aufgehoben wurden und die inzwischen ausgefallenen Spiele entgegen den ersten Beschluss neu angesetzt wurden; die Zuversicht und die Kampfkraft der Mannschaft war aber dahin. Unsere junge Verbindung war solchen schweren Erschütterungen nicht gewachsen.
1920 waren wir soweit, dass wir unsere 1 Herrenmannschaft nicht mehr vollzählig aufs Feld schicken konnten. So verloren wir z.B. mit 9 Mann, von denen 2 Spieler morgens schon in der 2. Herrenmannschaft spielt hatten, gegen GROß-BORSTEL mit 0:16. man wurde sich einig, den Verein aufzulösen oder eine Vereinigung anzustreben.

Für beides war aber die satzungsmäßiges Mehrheit erforderlich. Diese Mehrheit wurde in zwei Versammlungen nicht erreicht und so vegetierte noch einige Monate dahin. Da erschien im Februar 1921 als Retter in höchster Not Herr Lindemann mit seinem ESC und bot uns eine Vereinigung an. Der ESC war im Gegensatz zu uns ein blühendes Vereinswesen mit gefüllter Kasse, guten Bällen und Geräten und dem Benutzungsrecht für den Grindelberg. Wenn dieser enge, kümmerliche Sandacker sich im allgemeinen auch nur geringer Wertschätzung erfreute, kam er uns infolge seiner außenordentlich günstigen Lage, direkt am Bahnhof Hoheluftbrücke, für den Jugendbereich recht gelegen.

Der ESC hatte aber auch seine Sorgen: Der Verband wollte ihn nicht aufnehmen, weil keine Herrenmannschaft vorhanden waren. Wir stellten fest, dass beide Vereine sich vorrausichtlich gut ergänzen würden, und sofort grundsätzlich einig. Nachdem in einer gemeinsamen Sitzung der Vereinsvorstände die Einzelheiten festgelegt waren, bestätigte die außerordentliche Versammlung am 7.März 1921 den Zusammenschluss und nahm die vorgeschlagenen Änderungen an.

Der neue Name war HEBC, die Tracht violett-weiß.
Die Vereinigung bewährte sich glänzend. Namentlich unsere Jugendabteilung blühte auf.

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Wir konnten zur neuen Spielzeit 1 Jugend, - 3 Schüler, - und 2 Knabenmannschaften melden.

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Auch der Herrenbetrieb hatte sich etwas erholt. Wir stellten wieder 2 vollständige Mannschaften, die allerdings noch einige Zeit herzlich spielschwach blieben. In der B-Klasse, in die man uns zu Recht versetzt hatte, konnten wir uns im nächsten Jahr nur halten weil eine allgemeine Umgruppierung aller vereine erfolgte. Wie wenig Spielmaterial wir damals in unseren Herrenmannschaften hatten, zeigte deutlich ein Gesellschaftsspiel der Ersten gegen unsere 1.Jugend.Die Jugend gewann mal eben mit 6:1! Ende 1922 winkte der Abstieg in die C-Klasse, den wir unter allen Umständen vermeiden mussten, weil wir im nächsten Jahr unsere tüchtige Jugendabteilung aufrücken lassen wollten. Damit hatten wir dann voraussichtlich alle Schwierigkeiten überwunden und konnten mit Riesenschritten vorwärts streben. In einer hitzigen Mitgliederversammlung fand man den richtigen Ausweg: WILLY FRANK wurde die Leitung der Mannschaft bis zum Schluss der Frühjahrsserie 1924 alleinverantwortlich übertragen. Das war damals zur zeit der Ausschüsse und Kommissionen etwas ganz besonderes. Viele Mitglieder hatte ernste Bedenken einem Mann soviel macht einzuräumen. Aber WILLY FRANK hatte Erfolg ! Mit einer gänzlich umgebauten Mannschaft, kratzten wir die nötigen Punkte zusammen.

Mit dem Schluss der Spielzeit 1923/1924 war die Zeit der Rückschläge und Niederlagen für den HEBC vorläufig zu Ende. Ein seltener Aufstieg begann. Mit unseren Jugendlichen der Jahrgänge 1905/06 hatten wir für das neue Spieljahr eine für B-Klassenverhältnisse sehr starke Mannschaft zur Verfügung. Anfangs hatte es im Verein zwar einigen Widerstand gegeben, als die Mannschaft radikal verjüngt werden sollte. Nach dem glänzendem Abschneiden unserer Ersten im Bostelbeker Pokalturnier sahen aber auch die Zweifler den kommenden Punktspielen mit vertrauen entgegen. Unterstützt wurde die zuversichtliche Stimmung noch durch unseren Wechsel zur Hoheweide. Mit diesem neuen Platz hatten wir endlich in unserer Gegend eine Heimat. Wir brauchten nicht mehr mit unserem Hauptbetrieb zum entfernten Stadtpark zu ziehen.

Wir konnten mit Zuschauern und größerem Zustrom neuer Mitglieder rechnen, wenn es uns gelang, eine einigermaßen spielstarke Mannschaft herauszubringen. Für eine Einweihung des Hohenweideplatzes holten wir uns die Ligamannschaft des SC SPERBER. Allgemein fand man diese Einladung für einen an vorletzter Stelle liegenden B-Verein nicht gerade bescheiden. Sperber kannte aber unsere neue Mannschaft von den Jugendlichen her und sagte Hochherzigerweise zu. Unsere erste Garde gewann überraschend mit 3:2. Es schien, als wenn wir schon gleich im ersten Jahr die Meisterschaft erringen sollten. Mehrere Spiele gewannen wir zweistellig oder ganz hoch. Am Schluss war HAMMONIA aber Meister, und wir mussten uns mit dem zweiten Platz begnügen. Auch mit diesem Ergebnis konnten wir sehr zufrieden sein. Seit Jahren hatte man uns bemitleidet und bespöttelt. Nun wurden wir endlich als starke Gegner anerkannt. 

Für die nächste Saison 1925/26 starteten wir als Favorit für die Meisterschaft.

Wie stolz ging unsere junge Mannschaft in die     Spiele, dass man ihr allgemein soviel zutraute. Der Innensturm KRUSE, BEHR, SCHRAMM hatte es schon zu einer kleinen Berühmtheit gebracht. Sein Kurzpaß-Spiel war der Schrecken der meisten Verteidiger. Mit großem Vorsprung wurde die ersehnte Meisterschaft erspielt.  Auch die Reserve schaffte es in diesem Jahr.  Auf unserer schönen Meisterschaftsfeier im "Stadion", einem Lokal im Stadtpark, sahen wir viele alte Gesichter wieder, die 1920 den HBC aufgegeben hatten und sich jetzt riesig freuten......


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1931/1932 Hamburger Oberliga

1932-1936 Hamburger Bezirksliga

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1935 horchte man in ganz Norddeutschland auf. In den DFB-Pokalspielen war der HEBC unter den letzten Vier. Die Überschriften in den Zeitungen: "HSV, HOLSTEIN KIEL und HEBC noch im Pokal" oder "Pokalmöglichkeiten: Schalke auf dem Reinmüller-Platz gegen HEBC" hatte die Fußballwelt auf uns aufmerksam gemacht. In einer selten dramatischen Pokalrunde hatten wir uns ganz nach vorn gespielt. Im Herbst setzte man uns leider den damals außergewöhnlich starken Gaumeister EIMSBÜTTEL vor. Wir konnten gegen diese Mannschaft nicht bestehen und gingen 7:0 ein. Die Presse kritisierte uns ziemlich mitleidig. Als später auch HOLSTEIN KIEL und der HSV mit 6 und 7 Toren geschlagen wurde, revidierte die Presse allerdings ihre Ansicht. Die damaligen Pokalhelden waren: DIEKE, KLOOTH, DÖRRIEN, GLASER, VELDHOEN, KOCK und WALTER STROEBEL.

Als der zweite Weltkrieg ausbrach, wurden viele unserer Mitglieder eingezogen. Wir hatten aber durch unsere Jugend-Abteilung soviel Spielermaterial, dass wir die Lücken immer wieder auffüllen und so mit viel Mühe die Kriegsjahre einigermaßen durchhalten konnten. Das uns das überhaupt gelang, war das Verdienst unseres  Vereinsführers JOHN RÜHMANN. Er brachte trotz aller Materialschwierigkeiten regelmäßig Vereinszeitungen heraus, die als Feldpostbriefe an unsere Soldaten geschickt wurden. So blieb die Verbindung unter allen HEBCern aufrechterhalten und alle Urlauber wussten, wo sie uns finden konnten und Spielmöglichkeiten hatten. 1942 fanden wir dann uns mit dem damaligen Sportverein von 1901 (heute GRÜN-WEIß EIMSBÜTTEL) zu einer Kriegssportgemeinschaft zusammen, in der sehr harmonisch zusammengearbeitet wurde, und so konnten wir 1943 abermals die Meisterschaft erringen und in die Oberliga aufsteigen.

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Kriegsende Mai 1945! Das Reich war zusammengebrochen, nicht nur militärisch, sondern gleichfalls in seiner gesamten inneren Struktur. Verbände, Vereine usw. wurden durch die Besatzungsmächte als Institution des III.Reichs, und damit politisch verseucht, aufgelöst. Zu der Zeit gab es also keinen Hamburger Fußball-Verband, und es sah keineswegs so aus, als würde in absehbarer Zeit ein neuer Grundstein gelegt werden können. Die führenden Persönlichkeiten des Sports waren damit beschäftigt, sich durch die Mühle der Entnazifizierung hindurchzuquälen.  Der HEBC war seinerzeit in der glücklichen Lage, verschiedene Mitglieder ohne politische Vergangenheit stellen zu können. Man wagte darauf auch, ein inoffizielles Gesellschaftsspiel auf dem Reinmüller-Platz auszutragen. Damit wurde ein neuer Start geschaffen, und als nach einiger zeit die Einwilligung der amtlichen Dienststelle eintraf, dass der HEBC unter Vorsitz von AUWI STROEBEL und mit WILLY HEYDORN als Sportleiter seine Tätigkeit wieder aufnehmen durfte, war der Verein praktisch ein zweites Mal gegründet worden....

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Nachkriegsjahre Anfang 1945/46 bis 1952


Der HEBC fing an, erneut Gestalt anzunehmen. Nahezu wöchtlich kam einer unserer alten Kämpen aus der Gefangenschaft zurück, so das bald mit Glaser, Ströbel, Klug, Stegman, Doerrien, Littau, Rose, Lippold, Pluempe, Heinke, Berthold und Giesler wieder eine spielstarke 1. Mannschaft auf die Beine gestellt werden konnte. In dieser Zeit zeigte sich , dass mit ehrlicher Liebe zum Sport und Verein viel erreicht werden kann. Wir erinnern uns alle der Zeit der Kapitulation. Es gab nichts! Der Spielbetrieb wäre niemals möglich geworden, hätte nicht jeder ein persönliches Opfer gebracht. Besonders in Erinnerung ist uns noch, dass unser Gockel Glaser 3 Paar langschäftige Lederstiefel (ein Vermögen in der damaligen Zeit) zur Verfügung stellte, damit daraus 3 Fußbälle gezimmert werden konnten.


Die aus Spielermangel eingegangene Kriegsgemeinschaft mit "Sport01" (heute GWE/ESV) wurde aufgegeben und der HEBC begann ein neues Eigenleben.

Nach und nach fand sich auch ein neuer Fussball-Verband zusammen, so dass ein geregelter Spielbetrieb Ende 1945 wieder aufgenommen werden konnte. Neben einer Stadtliga, der u.a. HSV, ETV, Altona, Victoria und Eimsbüttel und St Pauli angehörten, wurden die verbliebenen ca. 30 Vereine in 4 gleiche Staffeln aufgeteilt, um überhaupt erst einmal das verbliebene material zu sichten. Es gelang unserer 1 Mannschaft auf Anhieb Punkt - und (ein seltener Fall) Torgleichheit mit Post SV zu erzielen. Das notwendig gewordene Entscheidungsspiel um den Aufstieg ging jedoch leider auf dem Kesslau Platz mit 4:2 verloren.


Das gesellschaftliche leben des Vereins wurde neu entfacht. Nach fünfjähriger Trennung durch Krieg und Zerstörung konnte man Silvester 1945/46 zum ersten Mal bei Heißgetränk mit doppelten Schuss unbeschwert unter dem Motto "Wir sind noch einmal davongekommen" bei Ehlbeck zusammensitzen.


Eng verknüpft mit der weiteren Entwicklung der Vereins ist der Neuaufbau der Jugendabteilung, doch soll darüber an anderer Stelle berichtet werden.


Die 1 Mannschaft, deren Rückgrat, die eingangs erwähnten Heimkehrer stellten, eroberte sich nach Gründung der "Oberliga Nord" eine der beiden Neugegründeten Amateurligen. Der HEBC durfte sich wieder einmal rühmen, in der höchsten Hamburger Amateurliga Klasse zu spielen. Wir erinnern uns noch gern der damaligen Spiele gegen Altona 93, Union, Wilhelmsburg 09 usw.


Freud und Leid liegen bekanntlich dicht nebeneinander, und auch der HEBC musste in den kommenden Jahren ein gerütteltes Maß an Rückschlägen einstecken. Durch Überalterung und Abwanderung wurde die 1 Mannschaft erheblich geschwächt und musste zweimal den Weg in die nächste tiefere Spielklasse antreten.

Die entstanden Lücken in der 1 Mannschaft konnten zwar durch Nachwuchs aus den eigenen Reihen geschlossen werden und viele werden sich noch heute der Spieler N. Marquardt, K.  Wilke, H.H,  Niehoff, Gebr. Back, H. Isenhagen, G. Vikas, K. Barghan, E. Kasper und Peter Krohn erinnern, doch blieb uns der Erfolg versagt, da der Umbruch zu plötzlich und zu kraß eintrat.

Einige dieser Spieler werden später noch erheblich zum erneuten Aufschwung der Vereins beitragen. Zu der Zeit standen einige Jungen im Schüleralter am Spielfeldrand und bemühten sich, der 1 Mannschaft die notwendige stimmliche Unterstützung zu geben.


Selbst bereits seit Jahren Mitglieder des HEBC verfolgten sie die Geschicke des Vereins und besonders die der 1 Mannschaft mit besonderem Interesse, in der stillen Hoffnung, auch einmal im "Aushängeschild" des Vereins mitwirken zu dürfen. Es wäre bedauerlich gewesen, wenn man in dieser kritischen Zeit den Stimmen gefolgt wäre, die einen Zusammenschluss mit West-Eimsbüttel oder ESV forderten. Unser besondern Dank gilt Wally Heydorn und Auwi Stroebel, dass sie in dieser Zeit volles Vertrauen in ihre langjährige Jugendabteilung setzen und den Vorschlag ablehnten. Die weitere Entwicklung sollte ihnen Recht geben. Man ging das Wagnis ein und holte einige dieser viel versprechenden Talente bereits aus der Jungmannen für die 1 Mannschaft frei. Zu den "alten Säulen" wie: E. Littau, F. Lippold, O. Pluempe, J. Brumm, G. Vikas, N. Marquardt gestellten sich im Laufe der Zeit g. Braunschweig, W. Cohrs und etwas später H. Pommeresche und H. J. Busch. Heini Kokartis war bereits vorher in die 1 Mannschaft eingereiht worden. Es kam eine schöne Zeit. Der Umbruch hatte am Anfang unter Geburtswehen zu leiden, da der Altersunterschied doch in einigen Fällen recht erheblich war, doch schliff sich diese mut der Zeit ab . Der Geist, die Kameradschaft, der Ehrgeiz waren so , wie man es sich vorstellt und jeder Mannschaft wünschen möchte.



1953/1955


Im Jahre 1953 gelang dieser Mannschaft der Aufstieg in die Verbandsliga. Besonderer Höhepunkt wurde das Spiel gegen Werder Bremen im DFB Pokal auf dem Reinmüller Platz. Durch Ausschalten verschiedener Amateurliga Vereine hatte man diese Interessante Auslosung erreicht. Vor einem übervollem Haus sollte dieses Spiel unglücklich mit 3.0 verloren gehen, obgleich bis zur 70. Minute ein Unentschieden gehalten werden konnte. Durch einen Sonntagsschuss von der Eckfahne konnte Werder jedoch den Bann brechen und unsere Mannschaft in den letzten Minuten noch abfangen. Die Mannschaft wurde zusehends stärker. Hamburg wurde wieder aufmerksam auf den HEBC.

Das Jahr 1954 brachte uns die Meisterschaft in der Verbandsliga vor SV Eidelstedt. Einige werden sich noch dieser unglücklichen Affäre erinnern, als uns vom Fußball-Verband der Titel wieder aberkannt wurde, weil unser hoher Sieg über Holsatia nicht mit rechten Dingen zugegangen sein sollte. Für unsere 1 Mannschaft war dies ein harter Schlag, zumal der Erfolg auf dem Spielfeld unumstritten ehrlich erkämpft worden war. Man lieferte den beweis in der darauf folgenden Serie, als man Holsatia Elmshorn mit 10:0 (also nahezu mit dem gleichen Ergebnis des Vorjahres) geschlagen wurde.

In eben dieser Saison gelang es unserer 1 Mannschaft jedoch nicht, den Spitzenreiter Rasensport Elmshorn abzuhängen, so das der Aufstieg erneut nicht geschafft werden konnte.

es drohte die Gefahr einer gewissen Resignation. Aber die Mannschaft hielt weiter zusammen, so das der große Wurf 2 Jahre später doch gelang



1956-1957


Aufstieg in die Amateurliga:


Im Spieljahr 1956/57 sollte endlich der Aufstieg in die höchste Amateurklasse erreicht werden. Hoffnungsvoll war man im August 1956 in die Punktspielserie gestartet. Diesmal wollte man es bestimmt schaffen.

"Anfang gut, Ende gut". Doch zwischenzeitlich musste manche heikle Situation gemeistert werden. Nach Anfangserfolgen gab es schnell Rückschläge, Trotzdem war die 1 Mannschaft zur Halbzeit wieder in der Spitzengruppe. es sah nach einem Zweikampf ESV- HEBC aus. Die nächsten Wochen waren hart. Die Beständigkeit war wieder einmal dahin, einige Niederlagen mussten geschluckt werden. 8 Wochen vor Beendigung der Serie schien alles verloren. 5 punkte lagen wir bis dahin bereits hinter dem führenden ESV, als uns abermals ein schwerer Schlag traf- die Niederlage in Lieth. Jetzt waren es sogar 7 Punkte Rückstand und nur noch 8 Spiele waren auszutragen. Einmal mehr hatte man sich damit abgefunden, dass es wieder nicht geschafft würde.

Zu dieser Zeit dachte der Vorstand bereits an die neue Serie und wollte sich etwas Neues einfallen lassen, um abermals einen Anlauf auf die Meisterschaft zu starten.

Man verpflichtete einen neuen Trainer, einen Mann, der bis dahin mit dem HEBC nicht verwachsen war, so glaubte jedenfalls der Verein. Egon Behning, der zuvor in der Liga Mannschaft des SC Victoria gespielt hatte und die letzten Jahre in der SV Polizei Hamburg das Training leitete, packte mit großer Freude und Begeisterung die neue Aufgabe an. Mit Wally Heydorn und Auwi Ströbel ging es gemeinsam dem Ende dieser denkwürdigen Spielserie entgegen. Was kein Mensch mehr für möglich gehalten hätte, trat ein. von den letzten 8 Punktspielen ging kein Spiel mehr verloren, lediglich gegen Rasensport Elmshorn wurde noch ein Punkt eingebüßt, während ESV von den restlichen 8 Spielen 7 verlor. So kam es, dass am Ende plötzlich ESV mit 6 Punkten Differenz abgeschlagen landete.

Doch auch Komet Blankenese, damals noch mit Horst Dehn, hatte eine ähnlich gute Erfolgsserie und stand am ende mit uns punktgleich.


Ein Entscheidungsspiel musste Klarheit bringen.

In der Parallel-Staffel standen ebenfalls zwei Vereine punktgleich, Düneberg und Ahrensburg und man entschloss sich zu einer großen Doppelveranstaltung.

15000 Zuschauer waren zum Millerntor-Sportplatz gekommen, eine Kulisse, wie sie bisher in der Vereinsgeschichte einmalig war.

Sie erlebten zwei Entscheidungsspiele bei glühender Hitze. Zuerst Düneberg gegen Ahrensburg, ein Kampf bis zum Unfallen 2:2 Verlängerung und immer noch keine Entscheidung. Inzwischen waren die Nerven unserer Spieler, durch die Verlängerung besonders strapaziert. Doch dann war es soweit und dem großen Kampfspiel folgte nun das mit nüchterner Sachlichkeit aufgezogene Spiel unsers HEBC gegen Komet Blankenese. Viele sportbegeisterte ältere Eimsbüttler können sich noch an dies großen 4:1 Sieg erinnern, der für den HEBC den Aufstieg in die höchste Amateurklasse bedeutete.


Ein spontaner Jubelmarsch Hunderter von Vereinsanhängern ging vom Millerntor-Sportplatz durch die Straßen von Eimsbüttel.


"Lächelnd brausten die alarmierten Peterwagen-Besatzungen davon, als sie sich von der Harmlosigkeit dieses Umzugs überzeugt hatten", so schreib am nächsten Tag eine Sportzeitung. Ja, die Begeisterung war groß und verständlich. Und hier mögen noch einmal die Namen der Spieler festgehalten werden, die das Entscheidungsspiel für den HEBC so erfolgreich abschließen konnten.

Kokartis, Wiechers, Dietzsch, Karitza, Marquardt, Schümann, Busch, Bischoff, Pollack, Braunschweig und Cohrs.

Außerdem hatten im Laufe der Serie nachfolgende Spieler an den Punktspielen, die zu dem Entscheidungsspiel führten, teilgenommen.


Ruhser, Lausch, Pommeresche, C. Pügge, Sass, U. Niehoff und Simon.


Eine herrliche Nordland Reise, mit bester Kontaktaufnahme zu unseren schwedischen Sportfreunden, war der Dank und die Anerkennung.


1957-1958

HEBC in der Amateurliga.


Im ersten Amateurliga Jahr blieb die Mannschaft restlos zusammen. unter dem Spielausschuss Heydorn, Pünjer und Trainer Behning konnte die Mannschaft schnell Fuß fassen und wurde recht bald ein Angstgegner für alle alteingesessenen Mannschaften. Obwohl das erste Amateurliga Punktspiel gegen den  Ex Oberligisten Harburger TB mit 0:1 verloren wurde, zeigte die junge Elf keine Scheu und schlug nacheinander WFC, Victoria Hamburg, Sperber und Union, um dann gegen den VFL Stade mit 1:1 und einem Sieg gegen Ahrensburg sogar für einige Wochen Spitzenreiter zu sein. Als Neuling war das eine feine Leistung. Mit einem Mal wurde wieder viel vom HEBC gesprochen, die Zeitungen brachten die Interessantesten  Artikel.


"Wer sind die hebser?" "Den ewigen Daddlern vom HEBC wird wenig Gutes vorausgesagt" "Der Chef (Boss Auwi Ströbel) verkauft Karten, Rekord 600 Stück in 20.Minuten" "Die Super Amateure" u.v.a.m.

Gockel Glaser als Kassierer musste Verstärkungen heranholen und konnte endlich wieder ein freudiges Gesicht aufsetzen. Unser Platzwart, Herr Karbenck, musste bei den Spielen Schwerstarbeit leisten, soviel Zuschauer hatte der Reinmüller-Sportplatz noch nicht erlebt.

2000, 3000 ja sogar über 4000 kamen am Sonntagvormittag.

Weil wir immer noch ohne Rückennummer spielten, wurden wir in der Presse angegriffen: "Ob wir jetzt genug Geld hätten, dann möchten wir uns doch nunmehr Nummern kaufen" usw.


Viele alte Bekannte bekam man plötzlich wieder bei den Spielen zu sehen, es war immer Hochbetrieb und der Reinmüller-Sportplatz erlebet eine Glanzzeit.


Doch es konnte nicht immer so bleiben, Die schweren Spiele vermochten unsere jungen Spieler auf die Dauer nicht durchzuhalten. Es gab Niederlagen, aber auch Siege wurden wieder errungen. "HEBC erschoss ETV 7:1", " Turbulenter Jahresstart: 3 Peterwagen bei HEBC gegen Wilhelmsburg 09 4:1", Rekordbesuch bei HEBC, 5000 Zuschauer bei HEBC gegen Bergedorf 85 3:3" u.a., so wurde immer wieder in der Presse berichtet.


Ja, dass war eine  Zeit, dieses erste Amateurliga-Jahr, wir schätzen uns glücklich einen guten Mittelfeldplatz erspielt und auch erkämpft zu haben.



1958-1959

Amateurliga


nach einer so erfolgreich verlaufenden Punktspielserie war man überall auf den HEBC aufmerksam geworden.

Obwohl der Amateurgeist im HEBC weiter gefördert wurde, warf man uns plötzlich "Größenwahn" vor, nannte uns "überheblich" und versuchte von außen Unruhe in unsere Reihen hineinzubringen. Wir verloren als Spieler unseren Heini Kokartis, der als Vertragsspieler zu Bergedorf 85 ging und später bei Werder Bremen sein großes Können unter Beweis stellte.


Das zweite Amateurliga-Jahr brachte uns dann auch noch viel Freude. Unter der Liga Ausschussführung der Herren Edmund und Bruno Rose, sowie Egon Behning war der HEBC gemeinsam mit ETV, Harburger TB, Union, Sperber und Wilhelmsburg 09 in der Spitzengruppe. Wer weiß, wie es gekommen wäre, wenn wir das so wichtige Spiel gegen Wilhelmsburg 09 vor 5000 Zuschauern auf dem Reinmüller-Sportplatz nicht mit 1:2 verloren hätten. Der so greifbar nahe und wichtige 2 Tabellenplatz hätte unser sein können. Nun es kam anders, am Ende landeten wir auf dem 5 Platz.


Eine recht Interessante Oberliga-Vergleichsrunde wurde abschließend ausgetragen, wobei der HEBC recht beachtliche Erfolge zu verzeichnen hatte, u.a. gegen den FC ST Pauli 2:1 und gegen Altona 93 4:3 gewinnen konnte, während die Spiele gegen Concordia mit 1:2 und gegen Bergedorf 0:5 verloren wurden.



1960-1961

HEBC wieder in der Verbandsliga.


Unter der neuen Führung von Auwi Ströbel, Helmut Behrens und Egon Behning gab es zunächst viel Arbeit, die mit einem Abstieg meistens verbunden ist. Doch vornehmlich "Auwi" war es , der die "alten Spieler" zusammenhielt und zu retten versuchte, was zu retten war.

Dennoch ließ es sich nicht vermeiden, dass so wertvolle Spieler wie Reinmund Dietzsch und Peter Kapitza einen Wechsle vornahmen.

Trotzdem sollte es auf Anhieb wieder geschafft werden, der HEBC wollte zum 50 Vereinsjubiläum (1961) wider aufsteigen. Nun, es ist nichterreicht worden, der Wille allein hat nicht genügt.

Das Ziel der Saison 1961/1962 war für Trainer Behning und der Mannschaft ein Platz an der Spitze, gedanklich wollte man natürlich schnellstens wieder in die Amateurliga aufsteigen. Die Punktspielserie begann in der Jubiläumswoche zum 50jährigen Bestehen des HEBC. Als erster Jubiläumsgast erschien die Mannschaft von Union 03 auf dem Reinmüllerplatz. Und wie es sich für einen Jubilar gehört, gewann unsere Mannschaft nach guten Spiel verdient mit 3.1 Toren. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen war auch Spiel gegen die DDR Mannschaft "Warnow Werft Warnemünde" geplant. Durch gegenseitige Besuche verband uns mit ihr eine enge und sportliche Freundschaft. Diese nun wurde ausgerechnet in unserem Jubiläumsjahr 1961 unterbrochen. Durch den Beginn des Mauerbaues am 13 August 1961, der jeglichen Reiseverkehr zwischen den beiden deutschen Staaten unterbrach , erhielten unsere Sportfreunde aus der DDR keine Ausreiseerlaubnis. Wir mussten uns kurzfristig einen Ersatzgegner suchen. In diesen Jahren machte man sich auch in unserem Verein Gedanken über den Bau eines vereinseigenen Clubheimes. Jeder Verein weiß es zu schätzen, ein Clubhaus sein eigen zu nennen. Im Zeichen des deutschen Wirtschaftswunders sahen es die Wirte nicht mehr gern, wenn ihre Räume von Jugendlichen und diese lässt sich im Vereinsleben nun einmal nicht vermeiden, benutzt wurden. Am Sonntagabenden, nach gewonnenen Spielen (Hoch die Tassen!) schlug dieses natürlich nicht zu Buche, Aber sonst? Dem HEBC Vorstand war klar, dass die Erstellung eines Clubheimes nur mit Hilfe des HFV möglich war. Beim HFV selbst sah man die Notwendigkeit ein, konnte aber leider nicht über seinen  finanziellen Schatten springen, Uns so dauerte es einige Jahre bis zur Grundsteinlegung unseres Clubheimes. Unsere Liga-Mannschaft belegte in dieser Saison in der Germania Staffel den 5. Platz, wobei der Traum vom Aufstieg erst einmal ausgeträumt war.



1962-1963


In der Saison 1962/63 wollte man es packen. Zumindest einen Platz in der Spitzengruppe.

Mit Ruhser, Ehlers, H. Strobel im Tor, Klüß, Graack, Brünning, Schümann, Marquardt, Wiechers, Sandberg, Irmler, Carstens in der Abwehr und Knecht, Pollack, Pügge, Lausch, Cohrs, Oertel und Kruck im angriff, hatte man eine leistungsstarke Mannschaft zusammen, die einiges erhoffen ließ.

Die Mannschaft spielte in der Saison immer ganz oben mit. Im Lokalderby gegen Grün Weiß bestritt Walter "Eier" Cohrs sein 400 Spiel für seine Mannschaft. Die Zuschauer waren begeistert von dem mitreißenden Spielen "ihres" HEBC und sahen sie schon wieder eine klasse höher spielen. Doch am Ende der Saison erreichten wir punktgleich mit dem TSV Wedel nur Platz 2. Ein Entscheidungsspiel musste nun zeigen, wer seinen Anspruch auf einen Aufstiegsplatz wahren konnte. Wir unterlagen mit 1:0 Toren und der greifbare Aufstieg war dahin.


1963-1964


In die Punktspielsaison 63/64 ging man voller Optimismus. Wenn schon nicht in den vergangenen 4 Jahren so wollte man es dieses Mal packen. Also war die Meisterschaft angesagt! Die Mannschaft war gut eingestellt und in bester Verfassung. Sie setzte sich nach dem ersten Punktspielsieg an die 3 Stelle der Tabelle und blieb dann zehn Spiele ungeschlagen, was den 1 Tabellenplatz bedeutete. Diesen Platz gab man bis zum Ende der Hinrunde nicht mehr her und wurde Herbstmeister in der Germaniastaffel. War der HEBC auf Meisterkurs? Es begann ein Kopf an Kopf-Rennen mit Holsatia Elmshorn bis zum Ende der Saison. Im letzten Punktspiel gegen Grün-Weiß 07 musste man gewinnen. 700 Zuschauer erwarteten mit Spannung das Spiel. Eine kämpferische und spielerische Leistung brachte dem verdienten Lohn. Mit dem Schlusspfiff hieß es 5:1für den HEBC. Elf abgekämpfte Spieler in lila Trikots rissen unter Beifall der Zuschauer jubelnd die Arme hoch. Endlich, nach vier Jahren waren die Veilchen vom Reinmüllerplatz wieder in die Landeliga zurückgekehrt. Die Presse schrieb: "Mit dem HEBC errang zweifellos die spielerisch beste und am ausgeglichenste Elf den Meistertitel der starken Germania-Staffel".


1964-1965


Zu Beginn der Serie 64/65 bemerkten die Zeitungen, dass der Aufsteiger HEBC die kommende Saison beleben würde. Die Mannschaft ging mit viel Elan in die Punktspielserie. Vorgegebenes Ziel war der Klassenerhalt. Schon im ersten Spiel gegen Uetersen, dem späteren Mitbewerber um den Meistertitel, trotz man ein 4:4 ab.

Nach sieben Spielen befand sich die Mannschaft bereits im oberen Mittelfeld an 6 Stelle. Jedoch stellte sich dann eine Schwächeperiode ein, in der man drei Spiele hintereinander verlor und auf den vorletzten Tabellenplatz rutschte. Auch im DFB Vereinspokal schieden wir in der 2 Runde gegen SV Blankenese aus 4:7 n.V. aus. Sollte es nur ein Jahr Landesliga werden? Doch unsere Mannschaft besann sich auf ihrer Qualitäten und riss das Ruder noch einmal herum. Am 28 Spieltag waren wir aller Abstiegssorgen entledig, denn wir belegten den 9 Platz in der Tabelle. Als letzten Gegner hatte man den SC Langenhorn zu Gast. Am Vorabend des Spiels ging die gesamte Mannschaft ins Ohnsorg Theater, um sich das Stück "Söt und Sur" anzusehen. Dieses Stück muss es der Mannschaft angetan haben, denn am nächsten Tag sorgte sie für eine große Überraschung. Sie schlug den Tabellen-Dritten mit sage und schreibe 5:2 Toren! Die Presse schrieb: "HEBC is Söt un Langenhorn is Sur"!, HEBC hatte das Klassenziel erreicht.



1965-1966


In den nächsten Jahren spielte HEBC weiter in der Landesliga, konnte aber nie so recht in die Spitze vordringen (65/66 8 Tabellenplatz, 66/67 10 Tabellenplatz).

Die Saison 67/68 brachte der Mannschaft nicht den erhofften Erfolg. Spielerisch passte in dieser Saison kaum etwas. So musste man bis zuletzt noch gegen den Abstieg spielen und erreichte nur mühsam den rettenden Hafen, sprich den 12 Tabellenplatz.

In der Saison 68/69 sollte es unter Trainer Erich Garske besser laufen. Man wollte wieder oben mitspielen,. In den ersten drei Punktspielen wurden 6:0 Punkte geholt und 15 Tore geschossen. Nach dem Spiel gegen Langenhorn, dass 5:3 gewonnen wurde, schrieb die Presse: "HEBC Torfabrik wieder auf Hochtouren!" Doch aus der "Torfabrik" , die zu Beginn  der Serie noch im aller Munde war, wurde ein HEBC, der alle Mühe hatte, seine Torchancen in der weitern Punktspielrunde zu nutzen. Noch während der Saison fand ein Trainerwechsel statt. Für den erkrankten Garske übernahm Walter Cohrs die Leitung der Mannschaft. Am Ende der Saison kam ein beachtlicher 7.Tabellenplatz heraus.


1969/1970


Im Spieljahr 69/70 kam der tiefe Fall unserer Mannschaft und damit der Abstieg in die Bezirksliga. Man erinnerte sich im Verein seiner jungen, talentierten Spieler. Sie sollten der Grundstein für den Wiederaufstieg sein.

Schon in der ersten Ligasaison 70/71 gehörten die HEBC "Küken" Alfred Steiner, Horst Glaser, Wilfried Kugler, Jörg Gerth und Gregor Holon zu den Stützen unserer Mannschaft und am Ende der Serie wurde ein guter 5 Platz herausgespielt.


Nach dreijähriger Abwesenheit gelang unserer Mannschaft in der Saison 72/73 der Wiederaufstieg in die Amateurliga. Monatelang hatten sich HEBC und Einigkeit Wilhelmsburg  ein erbittertes Kopf an Kopf Rennen geliefert. Erst kurz vor Schluss konnte sich unsere Mannschaft absetzen. Für die Mannschaft Einigkeits sicher enttäuschend, aber kein Grund für sie, uns nicht zu gratulieren. Am letzten Spieltag erschein die komplette Einigkeits-Mannschaft mit Blumen, Vereinswimpel und Selbstgemalter Karte, im HEBC Clubheim. Eine wirklich sportliche Geste.


Zur Meistermannschaft gehörten:

G. Brüst, Berthold Bassenberg, Glaser, Guhr, Steiner, Hain, Kugler, Knecht, B. Brüst, Gerth, Holon und Trainer E. Garske und Ligaobmann G. Wiechers.


In der Saison 73/74 ist das Ziel zunächst einmal der Klassenerhalt. Mit Ligaobmann Wiechers, Trainer Bergeest und Mannschaftsführer Heiner Knecht steht der Mannschaft ein Kleeblatt zur Seite, dass gesteckte Ziel zu erreichen. Am Ende der Saison stand man auf einem Mittelfeldplatz.


Die Serie 74/75 stand unter einem unglücklichen Stern. Schon kurz nach Saisonbeginnstellte Ligaobmann Wiechers wegen Unstimmigkeiten mit dem Vorstand sein Amt zur Verfügung. Als neuer Obmann wurde Rolf Sass gewählt. Für die Ligamannschaft war das keine einfache Situation. Hatte man sich in der laufenden Saison erst an den neuen Trainer Behrens gewöhnen müssen, so kam jetzt auch noch ein neuer Ligaobmann. Die Unruhe, die dieser Wechsel mit sich brachte, drückte sich dann in den folgenden Spielen aus. Durch Aussprachen zwischen Mannschaft und Mannschaftsführung konnte in kurzer Zeit eine gesunde Vertrauensbasis hergestellt werden. Dieses zeigte sich schon in den nächsten Spielen, in denen unsere Mannschaft gute Leistungen zeigte, u.a. schlugen wir den Spitzenreiter Norderstedt mit 2:0Toren. Doch es wurde eine Serie mit sehr unterschiedlichen Leistungen, bedingt durch Verletzungen und Nichtanwesenheit unserer Bundeswehrpflichtigen. Es konnte fast nie in gleicher Mannschaftsaufstellung gespielt werden. Und dennoch konnte man mit dem 7.Tabellenplatz zufrieden sein.

 

Mit der Saison 75/76 begann eine Serie mit recht unterschiedlichen Leistungen und wir kamen über einen 11 Tabelleplatz nicht hinaus. Nur zweimal hatten wir ein ausgeglichenes Punktekonto und den 9 Tabellenplatz inne. Auch in der Rückrunde konnte die Mannschaft ihr Punktekonto nicht verbessern. Im Gegenteil, wir sackten weiter ab. Und spielten zum Schluss mit um den Abstieg. Am letzten Spieltag gegen Quickborn verschonte Bernhard Brüst mit seinem 1:0 unserer Mannschaft vor einer verlängerten Saison. Denn am Saisonende standen fünf Mannschaften punktgleich am Tabellenende. Sie mussten in einer Abstiegsrunde die zwei Unglücklichen ermitteln, die in die Verbandsliga hinunter mussten. Auch in der Saison 76/77 ging es mit unserer Mannschaft nicht voran, sie belegte am Ende gar den 14. Platz. Als potentiellen Abstiegskandidaten handelte man unsere Mannschaft in der Saison 77/78. Doch unsere Mannschaft entwickelte sich rasch zum Favoritentöter, der so  manchen unerwarteten Zähler auf dem Reinmüllerplatz einheimste. Zum Schluss reichte es aber nur zum 10 Platz.


Was sich schon in den vergangenen Serien abzeichnete und letzten Ende immer noch verhindert werden konnte, ließ sich in der Saison 78/79 nicht mehr vermeiden. Unsere Mannschaft musste sich aus der Hammonia-Staffel verabschieden und in der nächsten Saison wieder in der Verbandsliga spielen.


Ein Abstieg bedeutet für einen Verein auch einen Neubeginn. Schon in der Saison 79/80 begann man mit dem Neuaufbau der Ligamannschaft, um in kürzester Zeit an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Mit unserer A-Jugend-Mannschaft, die unter der Leitung von Trainer Bornhöft, in der höchsten Hamburger Spielklasse spielte und hinter den Renommierclubs HSV und St. Pauli an dritter Stelle der Tabelle lagen, hatte der HEBC ein Spielerpotential, das einiges für die Zukunft erhoffen ließ.


.....fortsetzung folgt

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